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Mit Mitte 20 war Sandra Chachaj (heute 35, Verwaltungsangestellte) eine schwer kranke Frau. Als Diabetikerin musste sie dreimal am Tag Insulin spritzen. Damals wog sie 296 Pfund. Sandra: „Erst jetzt ist mir bewusst, mit welchem Gesundheitsrisiko ich durch mein Übergewicht lebte.“ Ausgerechnet sie, die früher alle ‚Bohnenstange‘ nannten“...

Frau Chachaj


Spaß am Essen

Das ändert sich erst, als sie mit neun Jahren die Polypen entfernt bekommt. Sandra: „Ich weiß nicht warum, aber danach fing ich an zuzunehmen.“ Anfangs macht ihr das noch keine Probleme. Klar findet sie sich selbst etwas moppelig, aber sie denkt: „Das ist der Babyspeck in den Teenagerjahren. Das gibt sich irgendwann wieder.“ Auch ihren ersten festen Freund später stören die Pölsterchen nicht, im Gegenteil: Er mag ihre runden Formen. Und: Beide sind bekennende Genießer: „Wir hatten Spaß daran, jeden Abend zu kochen. Mal machten wir Schnitzel, mal Frikadellen. Danach naschten wir vor dem Fernseher Chips, Gummibärchen, Schokolade. Mein Freund nahm kein Gramm zu, aber bei mir zeigten sich alle Ess-Sünden sofort auf der Waage.“

Schlimme Diagnose

Erst als sie 200 Pfund wiegt, beginnt sie umzudenken: „Jede Bewegung war da für mich schon beschwerlich.
Treppen steigen z. B. machte mir große Mühe.“ Sie beschließt abzunehmen: „Ich fing an verschiedene Diäten auszuprobieren. Meistens gingen die Kilos auch runter. Aber nach der Diät fi el ich immer wieder in meine alten Essgewohnheiten zurück. Der so genannte Jo-Jo- Effekt setzte ein, ich wog danach oft mehr als vorher.“ Dazu kommt der Schock. Der Bluttest bei einer Routine- Untersuchung ergibt: Sie hat schwere Diabetes.“

Frust und Verzweiflung

Sandra ist von den Diät-Misserfolgen sehr frustriert: „Und ich wollte auch nicht mehr hungern.“ Sie leidet zwar unter ihrem Gewicht, aber sie tut auch nichts mehr aktiv dagegen. Lieber trägt sie statt bunter Farben nur noch grau und schwarz, um möglichst wenig aufzufallen. Auf Kino-Besuche verzichtet sie, die Sitze sind viel zu eng. Und Flugreisen werden zur Extrem-Strapaze, sie kann den Gurt im Flugzeug kaum schließen. Da hat sie fast 300 Pfund: „Ich war oft verzweifelt.“

Die Wende

Dann, vor fünf Jahren, passiert es bei der Pediküre:
„Die Fußpflegerin schwärmte mir von ‚Wakeup‘ vor. Davon hatte ich zwar noch nie gehört. Aber was sie
sagte, machte mich neugierig. Sie erklärte mir: „Mit dieser Methode kannst du dich satt essen, mit Gemüse, Salaten, Kartoffeln und Obst, eben basenreicher Ernährung. Du darfst auch mal Fleisch essen und mal naschen.‘ Sie selbst hatte nach ihrer Schwangerschaft mit der Methode zehn Kilo abgenommen.“ Sandra zögert noch ein halbes Jahr, bis sie den Mut findet, eine Gruppenstunde zu besuchen. Bevor sie zu dem Treffen geht, gönnt sie sich noch zwei dick belegte Brötchen. „Ich war sicher: Dort kriegst du bestimmt nichts mehr zu essen.“

Überraschung im Kurs

Gleich zur Begrüßung bietet die Kursleiterin den rund 20 Teilnehmern ein Stück Zwiebelkuchen an. Sandra: „Sie wollte uns zeigen, dass wir auch beim Abnehmen nicht auf Genuss verzichten müssen. Das hat mich überzeugt. Schon am nächsten Tag fing ich an, meine Ernährung umzustellen. Dafür gibt es wöchentlich neue Rezept-Pläne mit Alternativen für Frühstück und Hauptmahlzeiten“, sagt Sandra. In den ersten 14 Tagen verliert sie schon 7,9 kg. Das motiviert sie, weiterzumachen. „Die Ernährung ist abwechslungsreich und lecker. Zum Frühstück gibt es Obst, mittags hole ich mir Salat oder einen Gemüseteller in der Kantine, abends koche ich, z. B. Auberginengratin.“ Und sie fängt an zu laufen. Schon nach drei Monaten kann sie die Insulinspritzen durch Tabletten ersetzen, die sie inzwischen auch nicht mehr braucht. „Meine Blutwerte sind spitze. Ich fühle mich wieder richtig gesund. Das ist fantastisch.“

Neues Lebensgefühl

Sandra hat in 13 Monaten 130 Pfund abgenommen. Und sie schafft es bis heute, ihre 83 Kilo zu halten. Sie strahlt: „Ich habe mein Wohlfühlgewicht, und ich bin sicher: Mit etwas Disziplin werde ich es auch für immer behalten.“