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EvelynLehmann

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Thursday, September 17th 2009, 8:56am

Weshalb funktionieren Diäten nicht?

Bericht von Rupert Schneider,
Oekotrophologe


Weshalb funktionieren Diäten nicht?

(von Liane Schu, Oecotrophologin, Hauptstr.16, 56237 Oberhaid)

„… Auch hierzulande ist inzwischen schon über die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig. Und ca. 20% der Bevölkerung ist fettleibig. Das sind sage und schreibe 16 Millionen Menschen alleine in Deutschland. Tendenz: steigend. …“

Dieses Statement der ehemaligen Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Renate Künast aus dem Jahr 2004 zum Thema „Eine neue Ernährungsbewegung für Deutschland“ deckt sich mit den Daten des letzten Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus dem gleichen Jahr.
Berücksichtigt man die zur Verfügung stehenden Daten aus den zurückliegenden Jahren, stellt man fest, dass mit Beginn der Nachkriegszeit eine kontinuierliche Zunahme an Übergewicht und Adipositas zu beobachten ist. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist diese Entwicklung nicht nur auf die Bundesrepublik Deutschland begrenzt, sondern sie ist ein stetig wachsendes globales Gesellschafts- und Gesundheitsproblem in allen Industrienationen. Dieser Trend hat mittlerweile auch die so genannten Schwellenländer erreicht.

Im Gegensatz dazu suggerieren alle Diäten und Diätprogramme dem Abnehmwilligen, dass durch sie in kurzer Zeit Gewicht zu reduzieren und zu halten ist. Sie bedienen sich hierbei teils sehr rigider Maßnahmen, indem sie die tägliche Kalorienzufuhr auf ein Minimum beschränken.

Der Organismus benötigt zum Aufbau, zur Regeneration und zum Erhalt seiner Körperfunktionen Energie. Diese wird in Form von Nahrung zugeführt. Der tägliche Energiebedarf setzt sich u.a. zusammen aus dem Grundumsatz, der Wärmeabgabe nach einer Mahlzeit und dem Leistungs- bzw. Arbeitsumsatz.

Unter dem Grundumsatz (GU), der auch als Basal Metabolic Rate (BMR) bezeichnet wird, versteht man den Energieverbrauch, den der Körper im völligen Ruhezustand 12 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme und konstanter Raumtemperatur von 20° Celsius zur Funktionserhaltung der Organe nutzt.
Zusätzlich zu dem Grundumsatz und der Wärmeabgabe nach einer Mahlzeit wird der Energiebedarf durch den Leistungsumsatz gedeckt. Unter dem Leistungsumsatz versteht man die Energiemenge, die der Körper, über den Grundumsatz hinaus, bei körperlicher Tätigkeit innerhalb von 24 Stunden verbraucht. Je nach Art der Tätigkeit kann der Leistungsumsatz unterschiedlich sein. Beispielsweise verfügt ein Bauarbeiter gegenüber einem Büroangestellten über einen höheren Arbeitsumsatz, bedingt durch seine intensivere körperliche Muskeltätigkeit.
Für viele Diätwillige stellt sich die Frage, warum es ihnen nicht gelingt, ihr Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren und das Gewicht nach einiger Zeit das Ausgangsgewicht wieder erreicht und vielfach sogar übersteigt.
Dieses Phänomen eines ständigen Auf und Ab wird als Jo-Jo- Effekt (international: Weight Cycling) bezeichnet. In Mangelsituationen, hervorgerufen durch eine niedrige Kalorienzufuhr, bezieht der Organismus seine Energie aus verfügbaren Kohlenhydrat- und Eiweißdepots. Sind diese Reserven erschöpft, greift er auf seinen Hauptenergiespeicher, das Fett, zurück. Zusätzlich wird, wenn keine sportliche Aktivitäten stattfinden, Muskeleiweiß abgebaut. Durch den Verlust der Muskelmasse sinkt der Grundumsatz, sodass der Körper weniger Energie verbraucht. Steht wieder ausreichend Nahrung zur Verfügung, werden die Fettdepots wieder aufgefüllt. Durch diesen Mechanismus waren unsere Vorfahren vor Hungersnöten besser gewappnet.

Eine Reduktionsdiät ist für den Körper nichts anderes, als eine künstlich herbeigeführte Hungersnot, auf die er in beschriebener Weise nach Ende der Mangelsituation reagiert. Zu beachten ist, dass durch größere Gewichtsschwankungen rasche Stoffwechselveränderungen entstehen können. Daher ist es empfehlenswert, nach der Diät den Körper wieder langsam an die Kalorienzufuhr zu gewöhnen. Auch wenn alle Diäten dazu beitragen Gewicht zu reduzieren, so stellt sich jedoch die Frage, warum scheitern traditionell diese Programme und verstärken eher die Gewichtsproblematik der Frauen, anstatt dass sie langfristig zu deren Lösung beitragen. Dies liegt vielfach an den falschen Erwartungen einer einfach durchzuführenden und dauerhaften Gewichtsreduktion, die von den Diätanbietern propagiert wird sowie an der schlechten Durchführbarkeit fast aller Konzepte.

Ein Ausweg aus dieser Problematik kann nur dann erreicht werden, wenn man den heute gültigen Begriff Diät neu definiert und sich auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Diaita“ zurückbesinnt. Eine Diät („Diaita“ = Lebensweise) sollte alle Lebensbereiche beeinflussen bzw. beinhalten und ein Leben lang durchgeführt werden. Dabei sollte sich das Augenmerk nicht einzig und allein auf die Ernährung, im speziellen auf die Gewichtsreduktion fokussieren. Es sind auch Bereiche wie beispielsweise Bewegung und Entspannung zu berücksichtigen, um so zu einem positiven Lebensgefühl zu gelangen.


Evelyn
LG von Evelyn

Ernährungsberaterin bei Wakeup
und Kursleiterin in Wuppertal seit 18 Jahren.
www.lehmann.wakeup.de

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